Gründüngung

Gründüngung

Gründüngung bedeutet Düngen mit Grünpflanzen. Zur Gründüngung werden Pflanzen meist ausgesät, nicht um sie später zu ernten und zu verzehren, sondern damit sie den Boden verbessern. Dazu werden die Pflanzen nach einer Wachstumsphase ganz oder teilweise in den Boden eingearbeitet, wo sie dann mit der Zeit von den Bodenlebewesen zerkleinert und in Humus umgewandelt werden.

Das Wort Gründüngung führt etwas in die Irre, denn die eigentliche Düngung, d.h. die Anreicherung des Bodens mit Nährstoffen ist nur ein Nebeneffekt.

Ausschließlich Schmetterlingsblütler wie Lupinen und Klee-Arten wandeln den Stickstoff aus der Luft in Nitrat um. In dieser Form kann der Nährstoff von den Pflanzenwurzeln aufgenommen und verwertet werden. Viel wichtiger ist aber die Wirkung der Pflanzen auf die Bodenstruktur.

Abgeerntete Flächen im Gemüsegarten bieten sich zur Einsaat einer Gründüngung an. Darüber hinaus kann man auch die Zwischenräume zwischen den Gemüsereihen mit geeigneten Arten wie Tagetes oder Ringelblumen bepflanzen. Bei Neubaugrundstücken zahlt es sich aus, wenn man vor der Anlage des Gartens eine Gründüngung aussät. Idealerweise sollte man im ersten Jahr nacheinander zwei bis drei verschiedene Gründüngungspflanzen aussäen, die entsprechend der Bodenart und der gewünschten Wirkung ausgewählt werden. Eine empfehlenswerte Gründüngungsfolge für typische, von Baumaschinen verdichtete Neubaugrundstücke ist zum Beispiel Gelbe Lupine, Gelbsenf oder Winterraps und Bienenfreund (Phacelia).

Raiffeisen-Markt Praxisstipps zur Gründüngung:

  • Die Wurzeln der Gründüngungspflanzen lockern den Boden tiefgründig. Einige Pflanzen sind sogar in der Lage, Bodenverdichtungen aufzubrechen.
  • Die Pflanzendecke befestigt den Boden und wirkt einer Verschlämmung entgegen. Durch die Bodenbedeckung, werden der Boden und das Bodenleben geschützt, denn er ist weniger der Sonne und dem Regen ausgesetzt.
  • Die Gründüngung bindet Nährstoffe in der Pflanzenmasse, die sonst vielleicht von Regen ins Grundwasser gespült würden.
  • Durch die Begrünung kahler Flächen wird das Unkrautwachstum unterdrückt
  • Wenn man die Gründüngung abmäht und auf der Fläche liegen lässt, wirkt sie wie eine Mulchschicht
  • Ein ausgeglichenes Bodenklima, eine bessere Durchlüftung und die organische Substanz aktivieren das Bodenleben. Der Humusanteil im Boden steigt
  • Die Bodenlockerung und der höhere Humusanteil führen dazu, dass der Boden mehr Wasser speichern kann und besser durchlüftet wird
  • Einige Pflanzen können sogar Schädlinge im Boden eindämmen. Studentenblumen (Tagetes) vertreiben beispielsweise Fadenwürmer (Nematoden).
  • Schmetterlingsblütler reichen den Boden über ihre Knöllchenbakterien mit Stickstoff an.
  • Blühende Gründüngungspflanzen locken Bienen und andere Nektar sammelnde Insekten an. Die wiederum sorgen für die Bestäubung der Obstbäume im Garten.

Gründüngung, so wird es gemacht:
Zur Gründüngung wird der Boden ähnlich wie zur Rasenaussaat vorbereitet. Je nach Pflanzenart kann man eine Gründüngung von März bis Oktober aussäen. Die Fläche wird wie für eine Rasenaussaat vorbereit, der Boden muss allerdings nicht eingeebnet werden.

Zuerst sollte mit einer Hacke das gröbste Unkraut entfernt und den Boden anschließend mit einem Kultivator durchgearbeitet werden. Mit einer Harke zerkleinert man die restlichen Erdklumpen und sät das Saatgut anschließend breit von Hand oder mit einem Streuwagen aus. Damit die Samen einen guten Bodenkontakt bekommen, ist es sinnvoll, sie nach der Aussaat noch einmal flach einzuarbeiten. Bei Trockenheit sollte außerdem ein Regner aufgestellt werden, damit das Saatgut möglichst rasch und gleichmäßig keimt.

Vor der Samenreife werden die Pflanzen dann abgemäht und als Mulch auf der Fläche liegen gelassen, sodass sie dort verrotten. Je nach Pflanzenart muss man eine Vegetationszeit von fünf bis zehn Wochen einkalkulieren, überwinternde Arten können auch länger stehen. Wird die Gründüngung früher abgemäht, erreicht man meist nicht den optimalen Effekt. Kresse, Feldsalat und einige andere Gründüngungspflanzen sind auch als sogenannte Kurzeinsaaten vor der Beetbestellung zu empfehlen. Sobald sie eine Höhe von fünf Zentimetern erreicht haben, werden sie direkt mit dem Kultivator in den Boden eingearbeitet.

Friert die Gründüngung im Winter ab, kann sie als Mulchdecke liegen bleiben. Das schützt auch Boden und Bodenleben. Im Frühjahr kann sie eingearbeitet werden oder mit einem Rechen o. ä. entfernt und auf den Kompost gegeben werden. Die Wurzeln bleiben dann als organische Masse für das Bodenleben im Boden.

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